2016-03-30

Frankreich plant „Nutella-Steuer“ um Indonesien Tiere und Regenwälder zu schützen


Während Sie diesen Artikel lesen, im Internet surfen oder durch Facebook scrollen und einen Imbiss zu sich nehmen, werden allein in Indonesien 300 Fußballfelder an Wald gerodet um für Palm-Plantagen Platz zu gewinnen. Palmöl ist ein populäres und preiswertes Öl, das in 50 % der Verbrauchsgüter verwendet wird. Durch diese schnelle Abholzung hat sich der Bestand der Orang Utans in den letzten 10 Jahren um 50 % verringert: Es gibt nur noch 6300 Sumatra Orang Utans Das ist aber nicht die einzige negative Auswirkung. Das Abholzen von nur 1 Hektar Torfwald setzt bis zu 6000 Tonnen Kohlendioxd frei.

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Mehr als 50 Millionen Tonnen davon werden weltweit im Jahr verbraucht. Palmöl dient zunehmend als Ersatz für gesundheitsschädigende Transfette und als Bio-Alternative für diverse Erdölprodukte. Es ist ein Milliardengeschäft geworden. Doch nur die wenigsten wissen, dass sie es überhaupt zu sich nehmen. Viele haben noch nie davon gehört. Immerhin ist es in der EU seit Dezember 2014 kennzeichnungspflichtig.

Was aber Palmöl anrichtet – vom Landraub bis hin zum Mord, von der Ausrottung vieler Tierarten und insbesondere der Orang Utans – haben wir mehrfach berichtet.

Trotzdem schmieren viele Nutella aufs Brot und kaufen Fertiggerichte und Süßigkeiten, Kekse und Kosmetik, die Palmöl enthalten.

Viele Verbraucher wissen nicht, dass das billige Pflanzenöl nicht nur durch Regenwaldabholzung und Plantagenanbau ökologisch bedenklich ist, sondern dass es auch aus gesundheitlicher Sicht immer mehr Vorwürfe gibt: vom möglichen Cholesterin-Anstieg bis hin zum Krebsverdacht.

Ein Boom mit fatalen Folgen: und das nur wegen unserer Nachfrage nach Imbiss, Reinigungsmittel, Kosmetika.. einer Myriade preiswerter Produkte, die alle Palmöl enthalten.

So können wir mit indonesiens Regenwäldern nicht weiterhin umgehen, die Palmöl-Produktion so fortsetzen.

Nun führt Frankreich im Kampf gegen Palmöl eine Steuer ein. Die Nationalversammlung legt eine neue Steuer auf Palmöl-Importe aus Indonesien und Malaysia fest: 30 Euro pro Tonne ab 2017 ansteigend auf 90 Euro pro Tonne ab 2020.


Trotz der Proteste der Regierungen Indonesiens und Malaysiens – den größten Palmöl-Produzenten der Welt – geht Frankreich mit dieser Gesetzgebung voran. Jedoch sind die unglaublichen 300 Euro pro Tonne, die 2015 vorgeschlagen wurden, vom Tisch.

Dieses Gesetz muss vom Senat noch abgesegnet werden, was voraussichtlich Mai/Juni 2016 auch geschehen wird. Dieses Gesetz ist Teil eines Paketes für Biodiversität. Barbara Pompili, zuständig für Klima und Biodiversität erklärte der Nationalversammlung „die Einführung in die französische Steuergesetzgebung, einer Steuer auf Produkte, deren Auswirkungen auf Abholzung weltweit erkannt wird, gibt ein starkes Signal, in dem Frankreich sich für Umweltschutz ausdrückt“.

Andere Länder könnten sich an den progressiven Aktionen ein Beispiel nehmen. Das Importieren von Palmöl zu erschweren und kostspieliger zu machen ist ein drastischer Tropfen auf den Öl-Verbrauch und ein Anreiz, andere Lösungen zu suchen. Die Realität ist, dass Verbraucher es schwierig haben, aus Respekt den Palmöl-Verbrauch zu reduzieren. Die Regierung muss damit anfangen, die Produkte in den Regalen zu reduzieren.

Nach einem Aufruf zum Boykott von Nutella und einem Proteststurm in Italien hat die französische Umweltministerin Ségolène Royal auf sich aufmerksam gemacht.

Bereits 2012 sorgte Frankreich schon einmal für Aufsehen, als es die Nutella-Steuer einführen wollte. Die französische Regierung plante eine erhebliche Erhöhung der Besteuerung für palmölhaltige Erzeugnisse. Die Nussnougatcreme Nutella ist ein berühmter Vertreter dieser Kategorie, was der Maßnahme den Titel ,,Nutella-Steuer“ einbrachte. Als Grund für diese Maßnahme wurde die Rettung des Regenwaldes angeführt. Mit der Besteuerung dieses Öls sollten die Süßwarenhersteller angehalten werden, alternative, nachhaltigere Öle zu verwenden. Der Senat hat das Palmöl-Steuer-Gesetz bereits mehrheitlich verabschiedet. Um aber rechtskräftig zu werden, muss dieser Gesetzesentwurf noch durch eine zweite Instanz, die Nationalversammlung, bestätigt werden, was bis heute nicht passiert ist.

Nun gibt es einen weiteren Anlauf, hoffen wir, dass endlich die sogenannte Nutella-Steuer eingeführt wird – 

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Wir gratulieren Frankreich für den progressiven Einsatz und fordern alle Länder auf, diesem Beispiel Folge zu leisten.

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